Der Start

Seit langer Zeit kämpfe ich mit allerlei Süchten und Unzufriedenheiten. Ich fühle mich nicht wohl in der Gesellschaft, in der Arbeitswelt, in dem System, in dem viele Menschen sich damit abgefunden haben bis ins ca. fünfundsechzigste Lebensjahr einen Beruf auszuüben, der sie unglücklich macht, nur damit sie Geld horten können, welches sie dann wieder ausgeben, um die Krankheiten zu heilen, die entstanden sind, weil sie ihr Leben lang nicht auf ihre Seele und ihren Körper gehört haben.

Diese Unzufriedenheit spüre ich schon seit der Schulzeit. Sie verfolgt mich seit ca. 30 Jahren und lässt mich nicht los. Immer wieder war ich krank. Über diese Krankheiten habe ich mich gefreut, da ich dadurch kurz aus dem Hamsterrad austreten konnte. Wenn auch oft nur für ein paar Tage. Ich habe oft den Job gewechselt. Stets in der Hoffnung, dass es dann besser werden würde - wurde es aber nicht.


Momentan befinde ich mich in meiner dritten Berufsausbildung; studiere Zink bzw. Alte Musik. Die letzten Monate waren schwer. Ich konnte mich kaum in die Hochschule setzen. Meine Seele fing an an mir zu zerren und mich zu drücken. Ich erkannte, dass ich mich am falschen Weg befand. Ich weiß, ich muss umkehren, alles hinter mir lassen, mich von dem Großteil meiner Dinge trennen und raus in die Welt ziehen. Ich weiß, ich will nicht mehr für andere arbeiten, um ihre Träume zu ermöglichen. Ich weiß ich will für mich arbeiten um meinen Traum zu erfüllen! Und den träume ich schon seit ich 15 bin.

Begonnen habe ich mit Kompositionen auf dem Computer. Ich experimentierte mit Electro, Techno, Drum and Bass und Down Beat. Die Inspiration und die nötigen Fertigkeiten habe ich meinem langjährigen Freund Valentin Zopp zu verdanken. Dafür dank ich dir herzlich!

Aber in der Musik die ich erschuf, fehlte mir die Lebendigkeit, die Abwechslung. Alles war so eintönig, was aus dem Computer kam. Also begann ich mit Aufnahmen - zuerst mit overdubbing, dann versuchte ich die Tracks komplett mit aufgenommenen Klängen zusammen zu setzen. Und was mache ich dann live auf der Bühne? Ich wusste, live zu spielen, die Menschen auf der Tanzfläche zu spüren, das war mir wichtig, das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ein kurzer Versuch mit einem Loop Player wurde wieder verworfen. Zu regelmäßig, zu unflexibel wurde mir so ein geloopter Takt, wenn ich ihn 15 Minuten lang gehört habe. Ich wollte etwas Lebendiges erschaffen, keine Maschine.

Alles muss live sein, wurde mir klar.

Ich kaufte mir eine Übekabine für meine Wohnung (meine Nachbarn waren schon am verzweifeln) und setzte mich für Stunden hinein, um meine Füsse mit meinen Händen und Lippen zu koordinieren.

So wurde iʘne geboren.




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