Auf und ab

Ich glaube, so turbulent wie jetzt war mein Leben noch nie.

Ich erlebe momentan so viel Gutes und gleichzeitig Unangenehmes. Und ich möchte ein paar Beispiele nennen. Denn manches entsetzt mich. (Interessant, wenn ich über dieses Wort nachdenke - ich kann ja nur entsetzt werden, wenn ich vorher gesessen bin 😅 Soll ich meine Musik, da sie ja zum Tanzen gedacht ist, in Zukunft auch als entsetzend oder entsetzlich beschreiben?) Montag, letzter Tag in Köln. Ich fahre bei einem Sportladen vorbei, der davor ist zu schließen und alles -70% verkauft. Ein Taschenmesser springt mir ins Auge - glücklicherweise nicht wortwörtlich. (Meines wurde mir letztes Jahr auf einem Festival von einem Mann gestohlen, der mich um Hilfe bat, sein Auto nach Basel zu führen, da er keinen Führerschein hatte. Später schnappte ihn die Polizei. Das Auto war voller geklauter Dinge, die am Festival verschwanden. Das Messer bekam ich trotzdem nie zurück.) Meine Intuition mischt sich aber ein und sagt, was du brauchst, kommt auf anderem Wege zu dir. Ich gehe wieder, packe meine Sachen und fahre am nächsten Tag Richtung Berlin, mit Zwischenstopp bei meiner Tochter. Im Zuge dessen schneide ich ihrer Oma die Haare. Bevor ich zu deren Haus komme, denke ich mir, es wäre schön, ein Glas selbstgemachten Honig zu bekommen. Ich frage, ob sie altes Besteck hat, damit ich im Wohnmobil auch Gäste verpflegen kann. Sie kramt eine Kiste mit altem Besteck hervor. Versilbert, aber ziemlich dreckig. Ihr Mann holt die Zauberpaste hervor. Wir polieren gemeinsam meine neuen Löffel. Die Paste bringt alles zum Glänzen. Kurzerhand poliere ich alle meine Töpfe und mein Küchenmesser. Ich frage, wo ich diese Paste bekommen könnte? Wäre nicht im Handel erhältlich. Nur hier in der Region in einem Dorf. Schade, aber ich denke: wäre schön, wenn er mir die schenkt. Nach vollrichteter Arbeit verabschiede ich mich. Siggi gibt mir noch eine Umarmung (mit Mundschutz natürlich) und meint: nimmst du die Paste jetzt mit? Birgit bringt mich zum Auto, um mich raus zu winken. Als ich einsteige, stellt sie mir einen Stoffsack ins Auto: hier noch ein Honig von uns und zwei Taschenmesser. Wenn du die nicht brauchst, schmeiß sie halt weg. Ich fahre weiter nach Berlin. Unterwegs bricht mir wieder eine Möbeltüre des Wohnmobils aus. Ja, Ikea ist stabil im Vergleich zu den Möbeln im meinem Eura Mobil. Ich kaufe einen Zweikomponenten Flüssigdübel von Fischer, um die inzwischen 14 ausgebrochenen Löcher zu füllen. Die Entwickler haben das Produkt aber wohl nie ausprobiert. Denn nach dem ersten Loch ist der Kleber in der Mischdüse hart und es kommt nichts mehr raus. Ich tausche das Produkt. Unabsichtlich greife ich zu einem schwarzen Kleber. Damit klebe ich dann gleich auch noch die weiße "Stoßstange" des Autos. Die "Stoßstange" zerbrach mir nämlich an drei Stellen, als ich einen Bromberstrauch beim Parken zur Seite schob. Also stoßen kann man damit nicht. Donnerstag den 10. September erreiche ich Berlin. Freitag spiele ich zum ersten Mal im Mauerpark. Währenddessen wird mir das Rücklicht vom Fahrrad geklaut. Samstag spiele ich gleich zweimal, um mir ein neues Fahrradlicht kaufen zu können. Beim zweiten Mal, es war schon dunkel, offerierte ich den ersten zwei tanzenden Menschen jeweils zwei Euro. Die Leute sind ziemlich lange nur gesessen, was ich nicht ganz verstehe, denn eine Chance zum Tanzen gibt's ja momentan nicht oft. Es meldet sich nur ein Vortänzer, aber mit dem lässt die Meute nicht lange auf sich warten. Plötzlich tanzen ca. 20 Leute wild herum (mit Sicherheitsabstand versteht sich). Der nette Herr, der den Anfang gewagt hat, bietet mir nach dem Auftritt an, mit meiner Spardose herum zu gehen. Super, denke ich mir. Er bringt sie mir wieder - zugegeben, ich hatte kurz Sorgen darum, da ich ihn aus dem Blickfeld verlor - und fragt nach einer Beteiligung. Ich gebe ihm nochmal zwei Euro. Er ist erfreut, jetzt kann er sich ein Kebab kaufen. Später öffne ich die Dose und merke, dass die Scheine verschwunden sind. Damit kann er sich jetzt viele Kebabs kaufen. Trotz einer gewissen Enttäuschung übe ich mich in Vertrauen und Vergebung. Vielleicht kommt es zweifach zurück, wie bei den Taschenmessern. Und vielleicht braucht er das Geld viel dringender als ich. Ein Fahrradlicht kann ich mir trotzdem damit kaufen. Wenn wir schon bei Vertrauen sind: momentan wird von Lightsprout eine Anlage für mich gebaut. Die wird dann über 12V betrieben, was ich über meinen Solarstromgenerator Arvey A1 machen kann, den ich letztes Jahr bei Sportgigant kaufte. Vor kurzem wollte ich ein Licht über die 12V Buchse betreiben und merkte, dass sie defekt war. Problematisch, denn am 18. September soll das Soundsystem zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Ich schreibe Sportgigant an und bitte um eine schnelle Lösung bis 18. September, da ich sonst einen beruflichen Ausfall hätte. Tobias Lindpointner von Sportgigant nahm Kontakt mit dem Hersteller Arvey auf und innerhalb einer Woche schickten die mir ein neues Gerät direkt zu! Mein altes Gerät durfte ich nach Erhalt des neuen zurück schicken. Das nenne ich Kundenservice! Also wenn du auch ein tragbares Solarsystem kaufen möchtest, ich würde es bei Sportgigant kaufen! Ich bekomme keine Bezahlung für diese Werbung, aber dieses Service muss erwähnt werden! Danke an Tobias Lindpointner und Danke an Arvey für dieses Vetrauen.






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